OBD-Tuning & Chiptuning

Was ist eigentlich Chiptuning?

Als Chiptuning bezeichnet man die Leistungssteigerung von Kfz-Motoren durch nachträgliche Änderung der werksseitig festgelegten Steuerparameter der elektronischen Motorsteuerung. In modernen Kraftfahrzeugen gibt es eine OBDII (On Board Diagnose) Schnittstelle, welche alle elektronischen Bauteile kontrolliert. Die Motorsteuerung speichert Fehler im Board System ab und dieser kann z.B. durch ein OBD Diagnosegerät ausgelesen werden. Es gibt auch Geräte welche nicht nur Fehlercodes löschen  sondern auch Leistungsdaten verändern können.

Was verändert man beim Chiptuning?

Beim Chiptuning werden keine baulichen Veränderungen am Motor vorgenommen, die Leistungssteigerung basiert allein auf dem Ausreizen, der thermischen und mechanischen Reserven, über die, laut Aussage von Chiptunern, jeder Serienmotor verfügt. Als Verdeutlichung dieser Reserven wird angeführt, dass manche Motorenhersteller dazu übergegangen sind, mehrere Motoren auf derselben Basis zu fertigen, die jedoch unterschiedliche Leistungsdaten aufweisen. So werden z.B. bei einer kleineren Motorisierung die gleichen Motoren verwendet die auch in den größeren Fahrzeugen eingebaut sind. Allein die Elektronik regelt die Leistung des Motors und kann mit speziellen Geräten gesteigert werden. Zum Beispiel durch OBD-Diagnosegeräte oder durch austauschen von Steuergeräten.

Schadet chiptunen den Motor?

Bei einer professionellen Anpassung der Motorsteuerung entsprechen die Haltbarkeit und Lebensdauer von Motor und Antrieb in etwa den Serienwerten, wobei hierfür vorausgesetzt wird, dass die Mehrleistung in geringem Maß genutzt wird, denn jede höhere Belastung führt zwangsläufig zu einem höheren Verschleiß und deutlich kürzerer Lebenserwartung. Auch beim Chiptuning muss man sich sicher sein, dass auch alles eingetragen wurde. Kleinste Veränderungen am Fahrzeug z.B. durch Steigerung der Leistung muss beim TÜV angegeben werden!

Kann man auch Tuningboxen kaufen und einfach ins Auto einbauen?

Häufig werden auf dem Markt für Leistungssteigerungen sogenannte „Tuningboxen“ angeboten, die mit wenigen Handgriffen ein- und ausgebaut werden können. In den Boxen sind jedoch nur Widerstände verbaut, welche dem Motorsteuergerät verfälschte Werte liefern und so zu einer erhöhten Kraftstoffzufuhr führen sollen, was dann als vermeintliche Mehrleistung bezeichnet wird. Es handelt sich also um kein Chiptuning! Dies kann jedoch nur kurzzeitig funktionieren, da das Motorsteuergerät alle eingehenden Werte der verschiedenen Sensoren mit den vorgeschriebenen Werten kontinuierlich vergleicht und bei fehlerhaften oder stark abweichenden Werten den Notlaufmodus aktiviert. Dies ist ein Notprogramm, in dem dann deutlich weniger Leistung bei stark erhöhtem Verbrauch zur Verfügung steht. Es ist nur dazu gedacht mit dem Fahrzeug bis zur nächsten Werkstatt zu kommen. Also Hände weg von Tuningboxen!

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